Die Spargelsaison – Frühlingswachen auf dem Teller


Die Spargelsaison – Frühlingswachen auf dem Teller

Der Winter neigt sich dem Ende zu, die Sonne strahlt und die ersten Blumen öffnen sich. Das ist das Zeichen dafür, dass der Frühling in vollem Gange ist. Mit dem Frühling verändern sich nicht nur die Temperaturen und die Natur, sondern auch die Auswahl der Zutaten in der Küche.

Die Spargelsaison

In Deutschland läuft die Spargelzeit üblicherweise von Mitte April bis Ende Juni. Jedoch ist der Beginn der Spargelsaison abhängig von der Wetterentwicklung im Frühjahr und ein später Wintereinbruch kann den Erntebeginn bis in den Mai verzögern. Traditionell hingegen wird der Spargel bis zum Johannistag den 24. Juni gestochen. Ähnlich wie die Eisheiligen im Mai gilt der Johannistag im Bauernkalender als wichtiger Tag für die Wettervorhersage der kommenden Wochen. Der Johannistag folgt unmittelbar auf die Sommersonnenwende am 21. Juni und kennzeichnet den Höhepunkt, von dem an die Tage wieder kürzer werden. In Vorbereitung auf die beginnende Erntezeit wurden Prognosen erstellt, da trockenes Wetter für den optimalen Zeitpunkt der Ernte entscheidend ist. Eine der Bauernweisheiten lautet: „Bleibt es an Johanni trocken und warm, macht das den Bauern nicht arm“.

Saisonal und Regional – unsere Spargelkarte

In unserem OLYMP Restaurant präsentieren wir ebenfalls eine saisonale Spargelkarte mit Spargel vom bekannten Lohner Spargelhof. Spargel ist ein äußerst vielseitiges Gemüse, und deshalb bieten wir ihn in einer Vielzahl von köstlichen Varianten an. Ob traditionell mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise, geklärter Butter oder auch als erfrischenden Salat oder aromatische Suppe zur Vorspeise – bei uns kommt jeder Spargelliebhaber auf seine Kosten.

Nice to Know: Violette Spargelspitzen sind keine Minderung der Qualität, sondern ganz das Gegenteil. Es ist eine Aufwertung in Geschmack und Farbe. Die violetten Spitzen bedeuten, dass der Spargel vor der Ernte etwas Sonnenlicht abbekommen hat, wohingegen der rein weiße Spargel geerntet wurde, kurz nach dem er den Boden durchbrochen hat.

Die Spargelsaison ist nur von kurzer Dauer, daher nutzen wir diese Zeit voll aus und präsentieren unseren Gästen alle Facetten dieses kulinarischen Highlights. Somit wird der Lohner Spargel nicht nur zu einem kulinarischen Genuss, sondern auch zu einem Erlebnis, das die Verbundenheit mit unserer Heimat und der lokalen Landwirtschaft widerspiegelt.

Spargel erstmals als Heilpflanze

Bereits im alten Ägypten war Spargel als Nahrungsmittel und Heilpflanze bekannt. Jedoch galten die Stangen zu dieser Zeit als „Speisen der Götter“ und waren den Pharaonen vorbehalten. Während der Antike entdeckten sowohl die Römer als auch die Griechen den Spargel und entwickelten in dieser Zeit erste Anbaumethoden. Damalige bekannte Ärzte wie Hippokrates schätzten vor allem die harntreibende Wirkung des Gemüses. Allerdings verwendeten sie für medizinische Zwecke nicht die Spargelstangen, sondern trockneten die Wurzeln und verarbeiteten diese zu Medizin.

Von den Römern zu den Mönchen

Auch bei den Römern galt der Spargel als Delikatesse und vor allem durfte der grüne Spargel bei keinem Festmahl fehlen. Kaiser Augustus soll ein großer Fan des Gemüses gewesen sein, dass er sogar Befehle mit folgenden Satz beendet haben soll: „ …citius quam asparagus coqunatur“. Dies bedeutet, dass der Auftrag schneller ausgeführt werden soll, wie Spargel zum Kochen benötigt. Es lässt sich daher auch vermuten, dass die Römer durch ihre Eroberungszüge den Spargel damals über die Alpen nach Mitteleuropa brachten. Jedoch geriet der Spargel vorerst in Vergessenheit, bis ihn Mönche im 15. Jahrhundert als Heilpflanze in ihren Klostergärten anbauten.

Spargel als Delikatesse bei Fürsten und Könige

Im 16. Jahrhundert hielt der Spargel Einzug in die Küchen europäischer Fürsten, wo er als kostbare Delikatesse galt und nur zu besonderen Anlässen serviert wurde. Selbst die Königshäuser schätzten das wohlschmeckende Gemüse sehr. Ludwig XIV. ging sogar so weit, dass er von seinen Gärtnern verlangte, den Spargel auch im Winter zu beschaffen.

Der Siegeszug des Spargels

Der Spargel wurde in Deutschland im Stuttgarter Lustgarten erstmals als Nahrungsmittel angebaut und war schon im 17. Jahrhundert hier weit verbreitet. Allerdings hatte der Spargel seinen wahren Durchbruch erst, als man Ende des 19. Jahrhunderts begann, den Spargel zu konservieren. Zu dieser Zeit begannen auch immer mehr Bauern, ihre Felder auf Spargelanbau umzustellen.

Die Entstehung des Bleichspargels

Bis ins 19. Jahrhundert war der Spargel nur als Grünspargel angebaut und wechselte erst hier seine Farbe. Der weiße Spargel, auch Bleichspargel genannt, wurde eher durch Zufall entdeckt. Es wurden Tonhauben über die Triebe gelegt, um so die Wärmespeicherung zu sichern und die Pflanzen vor Ungeziefer zu schützen. Jedoch haben die Tonhauben auch dazu geführt, dass der Spargel darunter bleich blieb.

Während der beiden Weltkriege wurde die Spargelproduktion fast vollständig eingestellt, da man annahm, dass Spargel keinen nennenswerten Nährwert hatte und somit nicht als „Sattmacher“ diente. Jedoch erhielt nach dem Ende des 2. Weltkriegs die Wirtschaft und auch die Spargelproduktion einen Aufschwung. Dies führte auch dazu, dass sich die Anbaufläche für Spargel allein von 1995 bis 2005 um 50 Prozent auf etwa 18.000 Hektar erhöhte und Deutschland daher heute zu den führenden Spargelerzeugern in Europa zählt.

Wir hoffen wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick in die Spargelkultur geben! Wir wünschen „an guadn“ in dieser schönen und besonderen Jahreszeit!

 

 

Quellen in Anlehnung an:

https://www.lwl.org/westfalen-regional-download/PDF/146n_M_Spargel_Lexikon.pdf aufgerufen am 26.04.2024

https://www.knorr.com/de/rezepte/kochratgeber/spargel/spargel-geschichte.html aufgerufen am 26.04.2024